Lesedruck


Vorgestern Abend hast du – wer muss das nicht hin und wieder! – etwas im Kapital nachgeschlagen und bemerkt, dass Karl Marx das Vorwort zur ersten Auflage auf den 25. Juli 1867 datiert hat. In einem Jahr steht also das 150-jährige Jubiläum an! Bestimmt rotieren die großen Verlage bereits, um ihre üblichen Verdächtigen mit Vorschuss und Auftrag zu versorgen, auf dass Buchmarkt und Feuilleton termingerecht mit anlassbezogenen Titeln überschwemmt werden…

Die Zahl derer, die das Kapital tatsächlich ganz gelesen haben, dürfte binnen zweier Generationen auf das Niveau von Lyrikband-Käufern geschrumpft sein. Und auch wenn man einen Klassiker nicht alleine lesen sollte, sondern in einer Gruppe, mit der regelmäßiger Austausch übers Gelesene stattfinden kann: Es braucht gar keine allzu große Disziplin, um Marxens Werk bis zum 150. Geburtstag komplett zu schaffen. Wenn man jeden Tag – so dein spontaner Tipp („Life Hack“, wie die coolen Kids heutzutage sagen täten.) auf der Facebook-Seite des Lichtwolf – nur mindestens zwei Seiten „Das Kapital“ liest, ist man in zwölf Monaten mit Band eins durch.

So lässt sich dem Schreibdruck ein gehöriger Lesedruck an die Seite stellen – und wohl kaum zum Schaden des Lesers.

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