Aus der Schreibstube


Gestern hast du vom neuen Bier geschrieben und dafür auf Facebook unvernünftig viele Likes bekommen. (Fortan postet du nichts mehr aus dem Blog auf FB.) Heute in der neuesten Fassung des kollaborativ mit dem Kollegen Hieronimus entstehenden Essays übers Saufen für den nächsten Lichtwolf die schöne Denunzierung des Hobbybrauens gelesen: „Hopfentütensuppe“.


Kollege Frost war derweil in der großen Stadt, um in der dortigen Uni-Bibliothek den ganzen Tag Wittgenstein zu pauken – ebenfalls für LW54 und den darin erscheinenden Essay über Wittgenstein im Weltkrieg. Trifft er (Frost, nicht Wittgenstein) einen alten Studienfreund, der es inzwischen in die öffentliche Verwaltung „geschafft“ hat und sich wundert: „Warum schreibst du denn jetzt noch eine Hausarbeit?!“

Darauf der Kollege: „Philosophiestudieren ist wie Katholizismus, nur ohne Würfel.“

Genau, denn mit beidem kann man fertigwerden, nur los wird man es nie. Und meistens hat man Pech.


Ansonsten warnt der Kollege noch vorm Schicksal des Zigarrenrauchers, Stahlmagnaten und Wittgenstein-Vaters Karl, der an Weihnachten 1912 nach diversen nutzlosen Operationen mit halb amputiertem Unterkiefer langsam an Zungenkrebs zugrunde geht. Herrje, als wären die Schockphotos auf Zigarettenschachteln nicht schon schlimm genug!

Es gibt Leben, zu denen das Rauchen gehört. Auch seine Folgen. Deswegen schrecken noch so arge Preiserhöhungen und Warnhinweise richtige Raucher nicht ab, sondern zwingen ihrem Leben Armut (bald Beschaffungskriminalität?) und die Furcht vor dem qualvollen, langsamen Tod auf. Was wiederum Ausgangspunkt für philosophisches Denken werden kann. Dem epikureischen Raucher kann man es dann erst recht nicht mehr austreiben.

Ein Gedanke zu „Aus der Schreibstube

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