Bla – Nachtrag


Neben „verstromen, einpreisen und verstoffwechseln“ hast du bei deiner Neuwörterinventur 2011 eines vergessen, das – wenn auch seit 20 Jahren zunehmend in Ausbreitung begriffen – in der letzten Zeit ins Politsprech Einzug gehalten hat: Die Rede ist vom „verstetigen„, das wirtschaftspolitisch vor allem Konjunktur und Wachstum zugedacht ist.
Überdies gilt es noch, dem „Shitstorm“ wenigstens eine kurze Erwähnung zu widmen. Obschon der Begriff schon seit mindestens einer halben Dekade durch die „Trailer Park Boys“ unter Mockumentary-Gourmets (inkl. des gesamten Wortfelds mit shitrope, shitmobile, usw.) sattsam bekannt ist, hat es gleichfalls erst 2011 breiten Einzug namentlich in die Digitalkultur gehalten. Bei Anatol Stefanowitschs Wahl des Anglizismus‘ des Jahres 2011 gehört „Shitstorm“ zu den Kandidaten. Es wird hier wie in der Sprachdynamik der Politkaste gewesen sein: Irgendwer hat das Wort in einem lustigen Tweet gebraucht, und wer die Bemerkung im twittertypischen Wettbewerb nicht an Sarkasmus übertreffen konnte, hat zumindest den „originellen“ Begriff ins Vokabular übernommen, das dem Digitalen sein Pfauenrad ist.

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