Notzeit für die Rehe


So nah, wie sich die Rehe inzwischen ans Haus wagen, muss es ihnen ganz schön arg gehen. Wenn sie sogar schon den Efeu (Pfui deibel!) anzuknabbern beginnen, dann ist wahrlich Notzeit – und tatsächlich hat die hiesige Jagdbehörde diese Woche Notzeit erklärt.

Während du dem Jagdwesen sonst sehr skeptisch gegenüberstehst, ist es doch eine nette Geste bzw. nach der Genfer Konvention das Mindeste, die Rehe nicht weiter zu bekämpfen, wenn sie ohnehin bald zu verhungern drohen. Überhaupt ist die Jägerschaft nicht generell zu verdammen; da ist der professionelle Jäger, der eher ein Tierarzt mit Flinte ist und das Biotop im Sinn hat. Dann gibt es die Bauern, die dem Hasen als dem natürlichen Feind des Deiches nachstellen. Am anderen Ende der Skala steht der trophäengeile Freizeit- oder Hobbyjäger, der darüber nörgelt, nicht alles abknallen zu dürfen, was keine Signalweste trägt. Bei dieser Type übrigens sind mit Heimtücke (Arglosigkeit des Opfers) und niederen Beweggründen (Spaß am Töten) gleich zwei Mordmerkmale erfüllt.
Jetzt aber herrscht erstmal Waffenstillstand und die Jagdbehörde verordnet Winterfütterung; damit der Landadel im Sommer auch noch was vor die Flinte kriegt.

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