Verschneite Postapokalyptik


Die Schnee“katastrophe“ hat kräftig an Fahrt gewonnen durch den neuerlichen Sturm, der in der Nacht wunderbare H2O-Dünen zusammengeschoben hat. Hier sah und sieht es aus wie in einer Eiswüste. Auf der Straße erhebt sich eine zwei Meter hohe Schneewehe, an der sich nachmittags auch das städtische Räumfahrzeug die Zähne ausgebissen hat.

Du bist heute dreimal mit dem Schneeschieber durchgegangen und hast dir einen Graben von der Tür zur Straße gebahnt. Eine Stunde später war schon wieder alles mit Moränen aus Schnee überzogen.

Am Nachmittag gingst du wieder in voller Bergsteigermontur spazieren. Wäre nicht die dämliche Familie gewesen, die laut gröhlend den Deich hinabrodelte, es wäre die herrlichste Postapokalyptik gewesen.
Was dich an den neuesten Roman von Margaret Atwood erinnert, der dir nur ein weiteres Buchprojekt killt. Da hättest du wirklich nichts Neues mehr zu schreiben, nun, da der Stoff von Atwood schon populär bearbeitet ist. Jetzt heißt es wieder: Abwarten, umbauen, neu schreiben.
Jaja, von wegen Künstler stünden nicht unter Zeitdruck! Vielmehr gilt: Wenn du es nicht schreibst, tut’s ein anderer! Interessieren tut’s eh keinen.

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