Buddenbrookerei


Vormittags hattest du deine Hauptschul-Kids in aller Herrgottsfrühe zu bespaßen, und das bei mieser Laune. Auf dem Weg bist du an einer toten Katze vorbeigefahren. Sie sah fast wie Trauni aus und lag am Straßenrand, als würde sie schlafen oder weinen. Am schlimmsten an den ständigen Opfern des Straßenverkehrs ist, dass man es nur ertragen könnte, indem man sich daran gewöhnt.
Dass dich sowas noch immer dermaßen runterzieht… Im Grunde war der ganze Tag gelaufen.

Seit Tagen rauchst du viel zu viel und fürchtest abwechselnd alles, was auf den Zigarettenschachteln angekündigt wird; insbesondere wenn du an all deine unerledigten Aufgaben denkst. Bis zum Abend hast du immerhin die fertigen Korrekturen von „Dein Leben ohne mich“ in die Druckvorlage übernommen. Obwohl es ein gutes Buch ist, kannst du kaum daran glauben. Seltsam.
Im NDR liest Gerd Westphal gerade die Buddenbrooks und in der heutigen Episode wurde dir klar, wie nötig du das Buch mal lesen solltest. Da ist der Schöngeist in die Rolle des Unternehmers gedrängt, für die er viel zu sensibel und feinsinnig ist. Doof nur, dass du nix daraus zu lernen hast: Tragisch wird deine Ein-Mann-Saga auch ausgehen.

Seit Tagen schon bist du mutlos. Wie in den schlechten alten Zeiten. Nur Sorgen, Sorgen, Sorgen. Und das heißt rauchen, rauchen, rauchen, obwohl dir die Lunge schmerzt. Es macht dich depressiv, mit anderen Menschen Kontakt zu haben. Danach hast du jedes Mal einen sozialen Kater. Wer fastet, soll ja auch nicht gelegentlich mal ein Snickers essen.

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