Lustige Post vom Arbeitsamt


Da ja schon seit dem Sommer offiziell Notstand herrscht, hast du dir rigide Sparmaßnahmen verordnet, die dich zwar nicht als Finanzminister empfehlen (mangels Parteibuch), aber doch so manchen Euro übers Jahr einsparen. Bankkonten zusammengeführt, Telephonanbieter gewechselt und alle Versicherungen gekündigt, die zu haben nicht gnadenlose Pflicht ist; viele sind das ja nicht. In deinem Fall gehört die Arbeitslosenversicherung dazu.
Aus irgendwelchen Gründen mögen die Nürnberger keinen Lastschrifteinzug und so lief die Chose als Dauerauftrag, der natürlich munter weiterklapperte, was dir erst beim Blick auf den Kontoauszug aufging. Dauerauftrag hurtig gekündigt, aber zu spät ist zu spät.
Kurz darauf kommt Post vom Arbeitsamt, das dich in der üblichen Manier anherrscht mit der unüblichen Aufforderung, ihm gefälligst kein Geld mehr zu überweisen:

Lustige Post vom Arbeitsamt.

Lustige Post vom Arbeitsamt.

Klar, aus der Buchhaltung weißt du: Geld zu kriegen, auf das man keinen Anspruch hat, macht viel mehr Probleme als Geld nicht zu kriegen, auf das man Anspruch hat. Im letzteren (und üblicheren) Fall bleibt das Forderungskonto einfach so lange belastet, bis dem säumigen Zahler die Kohle endlich aus dem Kreuz geleiert ist.
Manche Lichtwolf-Abonnenten jedoch verlängern ihr Abo, indem sie einfach das Geld überweisen; ihre Anschrift habt ihr ja schließlich schon. Dann jedoch bricht hier jedes Mal eine Diskussion aus, wie das Geld zu buchen ist: Aktiver oder passiver Rechnungsabgrenzungsposten? Muss oder kann das überhaupt abgegrenzt werden? Oder belastet man das Forderungskonto einfach negativ, auch wenn es noch keine dazugehörige Rechnung gibt? Es könnte ja auch als Verbindlichkeit durchgehen, schließlich steht man bei dem Überweiser nun mit einem Abo in der Schuld! Ist das Geld zum Zeitpunkt der (noch grundlosen) Überweisung als Ertrag zu buchen oder erst, wenn die Rechnung geschrieben und mit dem ersten Heft des verlängerten Abos verschickt ist?
Das einfachste für alle Beteiligten ist das Lastschriftverfahren mit korrekter Bankverbindung und gedecktem Konto. Vielleicht führt McKinsey das beim nächsten Besuch in Nürnberg mal ein. Andererseits kann es dir jetzt ja auch egal sein, nun da du dich aus diesem Viertel des Solidarsystems verpisst hast.

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