Love is in the air. And it smells.


Es wird Frühling. Auch in der Katzenwelt, wo sich die Kater gerade auf die Walz begeben und die hier lebenden Damen bezirzen.
Für einen Kater ist es allerdings schwierig, eine Kätzin wie Trauni rumzukriegen. Die feine Dame traut sich ja höchstens in deiner Begleitung vor die Tür. Jeder weiß, wie schwer es sich baggern lässt, wenn eine Gouvernante – und sei sie auch noch so wohlwollend – in der Nähe ist (und sich über die kläglichen Balzlaute der Herren kaputtlacht). Vielmehr verbringt Trauni wie Rapunzel ihre Zeit auf dem Kissen über dem Drucker und guckt aus dem Fenster.
Schwere Beute also, was die Kater jedoch ebenso wenig verzagen lässt wie Traunis erschrecktes Knurren (!), wann immer sie einen Schöpfungskollegen blumenlos draußen herumstreunen sieht. So müssen sich die Herren damit bescheiden, ihre Visitenkarte zu hinterlegen, und zwar indem die Ferkel geradewegs gegen deine Haustür pissen.
Und der schwarzweiße Macker von vorhin hat ein dermaßen stinkendes Gebräu dagegengeohlert, dass dir die Augen tränen. Das macht bestimmt Eindruck auf die Damenwelt; aber welchen? (Trauni jedenfalls ist sichtlich not amused über den ätzenden Mief, der durch den Türspalt sickert.)

Da gehen die Katzendamen schon anders mit dem Eigenurin um. Nachbarkatze Sophie geht täglich mehrfach ihr Revier ab und legt Duftmarken nach. Trauni dagegen pinkelt, wenn sie denn mal draußen ist, planlos wie ein schüchterner Teenager in die Büsche; womöglich scheitert ihr territorialer Ehrgeiz auch an der Einsicht, keinen Quadratmeter Revier beanspruchen zu können, wenn sie immer nur drinnen herumhängt.
Beide Katzenviecher allerdings haben sich einen bemerkenswerten Huckepack-Imperialismus einfallen lassen, bei dem sie den Menschen einspannen. Die Reviergrenzen lassen sich nämlich ohne lange Fußmärsche spektakulär erweitern, indem man als Katzendame gegen gelbe Säcke pinkelt.
Wenn andere Katzen das genauso gerne machen wie Trauni und Sophie, werden an der Mülldeponie die äußersten Ecken zahlloser Katzenreviere zusammenlaufen. Man müsste eine „landmark“ draufsetzen und die Katzen-UNESCO verständigen.

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